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Ein Plus im Studium, ein Minus in der Lehre

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Ein Plus im Studium, ein Minus in der Lehre

„Erfolgsfaktor MINT – Erfolgsfaktor Frau“ war die Veranstaltung bei ver.di überschrieben, die am 1. Oktober eine  Bestandsaufnahme der MINT-Aktivitäten bot. Diskutiert wurde auch, wie Betriebsräte in ihren Unternehmen mehr für die Frauenförderung tun können.

mint Susanne Stracke-Neumann Mint

Ein positiver und ein negativer Trend stehen sich in dem Bestreben mehr junge Frauen in Berufe aus der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu bringen. Die Zahlen der Studienanfängerinnen in den MINT-Fächern sind gestiegen. Im Maschinenbau waren erstmals 20,3 Prozent der Erstsemester weiblich, in der Informatik 22,7 Prozent und bei der Elektrotechnik immerhin noch 13,5 Prozent Mädchen im Studienjahr

Bei den naturwissenschaftlichen Fächern stellen die Frauen inzwischen die Hälfte der Erstsemester, bei den Ingenieurstudiengängen besetzen sie rund ein Viertel der Studienplätze, doch bei den technischen Berufen im dualen Ausbildungssystem ist die Quote rückläufig. Während sie zur Jahrtausendwende schon einmal bei 14,4 Prozent lag, sank sie inzwischen auf acht Prozent.

 

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Die meisten Mädchen konzentrieren sich immer noch auf wenige Berufe im kaufmännischen, im Bank- und Bürobereich, in der medizinischen Assistenz, im Friseurhandwerk, im Lebensmittelverkauf und in der Hotelbranche. Verfolgt man jedoch die Berufswahl von jungen Frauen, die in Programmen wie dem „Technikum“ waren, wo es 6 Monate lang ein Praktikumsgeld von 300 bis 600 Euro gibt und die Mädchen vier Tage die Woche in einem Unternehmen und einen Tag pro Woche an der Hochschule sind, dann entscheiden sich plötzlich 90 Prozent für einen technisch orientierten Beruf.

Kontrovers diskutiert wurde, ob die Rahmenbedingungen für junge Frauen in technischen Berufen ausreichen. Die Umsetzung im Betrieb sei das Problem, oft nicht die Personalabteilung, wie Ulrich Bareiß, Betriebsrat bei Audi, ausführte, sondern die direkten Vorgesetzten, deren Phantasie nicht ausreiche um sich vorzustellen, dass eine Vollstelle auch von zwei Ingenieurinnen in Teilzeit ausgefüllt werden könne.

Eine veränderte Einstellung zu Karriere und Familienzeit ist aber nicht nur bei jungen Frauen zu beobachten, sondern auch immer mehr junge Männer fordern die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. Und die zweite Aus- oder Teilzeit zur Pflege der Elterngeneration wird ebenfalls immer mehr in den Blick kommen.

Susanne Stracke-Neumann

www.komm-mach-mint.de